Was bedeutet das?

Fachchinesisch rund ums Stricken und Häkeln

Häkeln und Stricken ist keine Hexerei, auch wenn viele das meinen. Doch so manches Mal stolpert man über Begriffe, die nur Insider kennen und nutzen. Hier findet ihr eine kleine Zusammenstellung von solchen Aussagen, Begrifflichkeiten und Fachbegriffen. Für die englischen Abkürzungen wird es demnächst einen separaten Beitrag geben. Dieser hier wird regelmäßig ergänzt und erhebt somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Amigurumi: sehr kleine und sehr niedliche 3D-Häkelfiguren aus festen Maschen und meistens aus reinem Baumwollgarn. Kann süchtig machen, sobald man damit angefangen hat. Der Begriff kommt aus dem japanischen und setzt sich aus “stricken” und “verpacken, einhüllen” zusammen. Eine FB-Freundin macht Amigurumis als Hobby, schaut mal bei ihr vorbei …… toll oder?

an der Nadel hängen: natürlich sind hier Strick- oder Häkelnadeln gemeint und diese sind für Strickerinnen oder Häklerinnen überlebenswichtig.  Sollten also immer griffbereit sein: immer und überall – sogar im Urlaub oder in der Warteschlange vorm Schalter.

annadeln: meist gebraucht als “musste ich gleich annadeln” ….. bedeutet nichts anderes, als dass man einem neuen Garn nicht widerstehen konnte und es gleich angestrickt oder angehäkelt hat. Im Normalfall reichen dafür ein paar Reihen und danach landet es, wie sollte es anders sein, in der UFO-Kiste zu den vielen anderen UFOs .

anschlagen: die erforderliche Maschenanzahl auf die Stricknadel bringen. Beim Häkeln endlose Luftmaschen häkeln und danach die erste Reihe aufhäkeln.

Bobbel: auch Törtchen, Sternchen, Cake ….. sind Garne, die aus Einzelfäden handgewickelt sind. Die Bobbel gibt es als Farbverlaufsgarn oder einfarbig, mit und ohne Glitzer. Die Verarbeitung (stricken oder häkeln) erfordert etwas Übung, da der Faden unverzwirnt/gefacht ist. Kleiner Tip am Rande: den Bobbel immer tiefer stellen als man selbst sitzt und den Faden gleichmäßig  und nicht zu lang ausziehen. Damit vermeidet man im Normalfall die ungeliebten Schlaufen.

Brioche: hat nix mit Essen zu tun sondern wird auch zweifarbiges Vollpatent genannt. Ist in seiner Reinform ein 1×1 Rippenmuster und wirkt am Besten mit 2 unterschiedlich farbigen Garnen. Schaut doch mal bei Nancy Marchant auf Ravelry rein – tolle Anleitungen ……

Broomsick: (engl. Schlagstock) eine bestimmte Häkeltechnik, in der Maschen über eine sehr dicke Nadel gehäkelt werden.

c2c: (engl. Corner to Corner) meistens eine Decke, die von Ecke zu Ecke gearbeitet wird. Eine tolle Foto-Anleitung gibt es hier bei Simply Kreativ. Könnerinnen zaubern mit c2c tolle Tücher.

CAL: (engl. Crochet along) heißt, dass man mit anderen zeitgleich ein Handarbeitsteil  häkelt. Meistens wird so ein CAL danach in ein Tutorial oder Fotoanleitung gepackt.

Doubleface: ist eine Strickmethode, bei der die Rückseite farblich gegengleich zur Vorderseite aussieht. Erfordert meiner Meinung nach sehr viel Ausdauer. Hier gibt es tolle Anleitungsvideos von eliZZZa auf youtube:

Farbverlaufsgarn: heiß geliebt sind sehr lange Farbverläufe und sehr harmonische Farbübergänge.  Dieses Farberlaufsgarn gibt es im Normalfall auf Bobbel beim Wolldealer (bei uns im Shop von Woolly Hugs)

Garn: allgemeiner Begriff, der zum Handarbeiten geeignete Fäden beschreibt. Diese können gezwirnt oder ungezwirnt, gefacht, noppig oder glatt usw. sein.

gefacht: parallel gewickelte Fäden, die nicht miteinander verzwirnt sind –> z. B. Bobbel

HOTH: (engl. hot off the hook) und heißt nichts anderes als: gerade fertig geworden

KAL: (engl. Knit along) heißt, dass man mit anderen zeitgleich ein Handarbeitsteil  strickt. Meistens wird so ein CAL danach in ein Tutorial oder Fotoanleitung gepackt.

Knooking:  ist Häkeln mit einer besonderen Häkelnadel und dem tunesisch Häkeln nicht unähnlich ist. Leider noch nicht selbst ausprobiert, doch ich denke, dass das Gewirke weicher und lockerer als Häkelmaschen ist. Der youtube-Kanal von Veronika Hug hat tolle Anleitungen dazu.

Konengarn: ein sehr dünnen und eigentlich für Strickmaschinen hergestelltes Garn. Die Bobbel werden beispielsweise aus dem Konengarn gewickelt. Außerdem verwenden Spinnerinnen dieses Konengarn gerne zum Zwirnen.

Magic Ring: eine bestimmte Technik, die Häkelarbeit zu beginnen. Hierfür wird der Faden mehrmals um 2 Finger der linken Hand gewickelt und die benötigte Maschenanzahl aufgehäkelt und dann zusammengezogen.  So vermeidet man ein großes Loch in der Mitte des Häkelteils, das normalerweise beim Anschlag auf einen Luftmaschenring entsteht.

Maschenprobe: eigentlich das Wichtigste bevor man anfängt zu arbeiten, doch es wird leider viel zu häufig darauf verzichtet, denn man hat diese Angaben ja auf der Banderole des Wollherstellers stehen. Dennoch empfehle ich jeder Strickerin und Häklerin, diese selbst durchzuführen, denn diese vom Hersteller empfohlene Maschenprobe basiert auf optimalem Annahmen. Deshalb: lieber vorab ein kleines Läppchen stricken oder häkeln als später sich wegen zu eng oder zu weit grün und blau ärgern 😉

MM: Abkürzung für Maschenmarkierer. Diese setzt man als Gedankenststütze vor Muster, Zu- oder Abnahmen oder einfach so, weil sie so schön sind.

Mustersatz: bezeichnet die Anzahl der Maschen im Strickdiagram, über die ein Muster gestrickt wird. Ist also der Abschnitt, den man immer wieder wiederholen muss.

Mystery CAL/KAL: ist ein CAL oder KAL, in dem man zu Beginn nur die benötigten Garne mitgeteilt bekommt und dann wöchentlich Anleitungsteile ausgegeben werden. Ist besonders witzig bei Amigurumi.

Nadelspiel: besteht aus 5 Nadeln und wird zum “in der Runde stricken” benötigt – also ohne Anfang und Ende, immer im Kreis herum. Meistens werden damit Socken gestrickt, obwohl es hierfür inzwischen auch ganz kurze Rundstricknadeln gibt (z.B. Addi Sockenwunder)

NAS: (engl. Nuts about squares) ein CAL mit 35 wunderschönen Grannys – hier geht es zur offizielles NAS-Seite

Polytierchen: nix mit 2, 4 oder mehr Füßen, sondern Wolle aus Polyester, Polyacryl oder Polyamid. Wird gerne von Veganern aus falsch verstandener Tierliebe genutzt. Für echte Veganer gibt es passendere Garne aus Baumwolle, Leinen oder Viskose aus Holz und Bambusfasern.

ribbeln: auftrennen, zurückstricken oder wie auch immer …… Unbeliebt aber oftmals notwendig um Fehler zu beheben. Geht beim Häkeln recht einfach, beim Stricken müssen die aufgeribbelten Maschen wieder aufgefuddelt werden.

RVO/RVU: Raglan von Oben/Raglan von Unten. Meistens ein Strickstück, das ohne Naht in einem Stück von oben (Halsausschnitt) oder von unten in der Runde gestrickt wird. Für die Arme werden Maschen stillgelegt und am Ende angestrickt.

Schlauchdingens: ein witziger Name für einen Schlauchschal, den man sowohl über den Kopf als auch weit über die Schultern ziehen kann. Es gibt unzählige Anleitungen dafür, gestrickt oder gehäkelt – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Sophie: nicht nur ein Mädchenname sondern man bezeichnet damit auch Sophies Garden oder Sophies Universe – 2 wunderschöne gehäkelte Mandalas für große Decken.

Springwolle: gemeingefährliche Wolle, die irgendwie und ohne eigenes Zutun im Einkaufskorb landet.

Stinos: das sind die früher üblichen stinknormalen Socken mit rechts/links-Muster am Schaft. Inzwischen sehr selten geworden.

Sträkeln: ist Häkeln mit einer besonderen Häkelnadel und dem tunesisch Häkeln nicht unähnlich ist. Leider noch nicht selbst ausprobiert, doch ich denke, dass das Gewirke weicher und lockerer als Häkelmaschen ist. Der youtube-Kanal von Veronika Hug hat tolle Anleitungen dazu.

Strang/Strangwolle: wird meist von Hand-Färberinnen zum Kauf angeboten. Der Strang muss vor dem Verstricken oder Verhäkeln noch gewickelt werden (oftmals bieten Färberinnen auch einen Wickelservice an).  Will man einen Strang ungewickelt verarbeiten entsteht meistens Wollkotze.

Strickdiagramm: grafische Darstellung der Strickanleitung oder eines bestimmten Musters. Alternativ gibt es noch ausgeschriebene Strickanleitungen.

Tunesisch Häkeln: Häkeln mit einer langen Häkelnadel oder einer Häkelnadel mit Seil. In der Hinreihe werden Schlaufen auf die Nadel in der Gesamtbreite aufgenommen und in der Rückreihe abgehäkelt. Stöbert hier mal auf der simply kreativ Häkelwelt.

UFO: hat nichts mit Außerirdischen zu tun, sondern bedeutet ganz profan: Unfertiges Objekt, das auf seine Fertigstellung wartet. Meistens schnell angenadelt oder das Muster gefällt nicht mit der Wolle und wurde frustriert zur Seite gelegt. Viele haben etliche UFOs – zum Teil schon sehr lange auf seine Fertigstellung oder Änderung wartend.

Wickeln/Wickelservice: will man Strangwolle selbst wickeln benötigt man eine 2. Person mit starken Armen oder 2 mit der Rückenlehne aneinander gestellten Stühle. Profis nutzen zum wickeln eine Haspel und einen Wollwickler.

WIP: (engl. Work in Progress) heißt soviel, als dass man daran arbeitet.

Wolle: auch wenn heutzutage fast jedes Garn umgangssprachlich als Wolle bezeichnet wird, so ist dies nicht korrekt. Als Wolle werden Garne aus tierischen Fasern bezeichnet z. B. reine Schurwolle, Alpakawolle, Camelwolle, Yakwolle ….. doch Achtung: Baumwolle ist eine pflanzliche Faser 😉

Wolldealer/Wolldealerin: die böseste und zeitgleich heißgeliebteste Verführerin, die immer mit toller Wolle, tollen Farben lockt und dafür sorgt, dass der Wollvorrat nicht abnimmt

Wollkotze: entsteht, wenn a) eine Katze oder Hund den Wollknäuel in die Pfoten bekommen hat oder b) wenn man einen Strang Wolle versucht zu verarbeiten, ohne diesen vorher zu wickeln.

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